- Campus
Der Campus Har HaZofim (Skopusberg) der Hebräischen Universität in Jerusalem ist im Nordosten der Stadt auf einer Anhöhe angesiedelt. Mit dem Stadtzentrum sowie mit dem Campus Ein Kerem (Medizin) und Givat Ram (Naturwissenschaften) ist er durch eine Anzahl von Buslinien direkt verbunden. Die Rothberg International School ist am östlichen Rande des Campus gelegen und bildet mit ihren eigenen Einrichtungen sowie dem mangelnden Austausch mit israelischen Studierenden eine Enklave für sich. Neben den einzelnen Fachbereichen, Instituten und Forschungseinrichtungen befinden sich auch religiös-soziale Institute (z. B. Beit Hillel), studentische Organisationen, zahlreiche Mensen und kleine Cafeterien sowie einige kommerzielle Läden (darunter ein guter Buchladen und ein überteuerter Supermarkt), Reiseagenturen, eine Bank und Post auf dem Campus.
- Bibliotheken
Auf dem Campus Har Hazofim der Hebräischen Universität stehen mehrere Bibliotheken zur Benutzung offen. Der Studentenausweis dient gleichzeitig als Bibliotheksausweis in allen Bibliotheken der Universität und kann ebenso, mit Geld versehen, als Kopierkarte an den überall aufgestellten Kopierern benutzt werden.
Die Bibliothek der Rothberg School ist sehr klein, verfügt über die Standardwerke der Jüdischen Studien sowie der Geschichte und Politik Israels. Ihr Katalog ist an das Universitäts-Computersystem angeschlossen, welches ermöglicht, landesweit in den Katalogen der Universitätsbibliotheken zu recherchieren. Das System ist allerdings lückenhaft und es bedarf der Geduld und Phantasie, um wirklich alle Titel zu den gesuchten Themen zu finden. Oft ist es einfacher und ergiebiger, direkt zu den thematisch geordneten Regalen in den Lesesälen der Bibliotheken zu gehen und dort die Reihen durchzusehen. Ebenfalls in der Rothberg Bibliothek liegen Mappen mit den Literaturlisten der einzelnen Seminare aus. Bücher und Kopien, die für Seminare reserviert sind, können dort ausgeliehen und kopiert werden.
Zum größten Teil wird die Bibliothek von den Studierenden zum Lernen genutzt – die Enge des Raumes und der Andrang verursachen aber eher eine stete Unruhe. Ein übriges tun die vielen klingelnden Handies sowie die auf "Eisschrank" gestellte Klimaanlage, was die Bibliothek nicht gerade zu einem angenehmen Ort des Lernens macht. Besser ist da für die Graduierten der kleine, abgeschirmte Aufenthaltsraum ("Graduate Lounge") im 5. Stock, in den man sich auch gut mit einer Lerngruppe zurückziehen oder auf dessen Sofas man auch schon mal ein Nickerchen halten kann. Danach bilden die beiden Dachterrassen der Rothberg School ebenfalls eine bessere Alternative zum Aufenthalt in der Bibliothek – jedenfalls von Frühjahr bis Herbst.
Die größte Bibliothek auf dem Skopusberg ist die Humanistische Bibliothek, die sämtliche Werke zu den Geisteswissenschaften sowie eine umfangreiche Zeitschriftensammlung enthält. Recherche erfolgt auch hier über den elektronischen Katalog. Die Bücher sind hier in langen Regalen in den Lesesälen über drei Stockwerke direkt zugänglich, auf zwei Stockwerken befinden sich jeweils zwei Kopierer, im untersten Stockwerk ist sogar direkt ein Copy-Shop eingerichtet. Das Personal der Bibliothek ist nicht sehr zuvorkommend, aber mit Hilfe der vielen Anschläge an Türen und Säulen der Bibliothek kann man sich gut allein in der Bibliothek zurechtfinden. Wie fast überall, ist auch hier das wichtigste auf Englisch angeschrieben. Ebenfalls in dieser Bibliothek gibt es eine kleine Videothek, wo Spielfilme und Dokumentationen bestellt und angeschaut werden können.
Etwas versteckt, aber für Nahost-Studien bzw. -Themen unverzichtbar, ist die Bibliothek des Truman-Institutes. Der Bestand enthält weniger Monographien als vor allem die umfangreichste und vollständigste Sammlung von Zeitschriftenartikeln über den arabischen, asiatischen und afrikanischen Raum. Über drei Computerterminals hat man auch hier Zugang zum Universitätskatalog, aber mehr Ruhe als an den stark bedrängten Rechnern der Humanistischen Bibliothek. Das Personal ist hier sehr freundlich, zuvorkommend und schon fast zu hilfsbereit. Bei Problemen oder Fragen ist man hier aber am Besten aufgehoben und versorgt.
- Computer- / Internetzugang
Als eingeschriebener Student an einer israelischen Universität bekommt jeder automatisch ein eigenes E-Mail-Konto und eine Zugangsnummer zum Universitätsnetzwerk [www.huji.ac.il] im Internet, über welche z. B. die eigenen Noten abgefragt werden können. In der Rothberg School gibt es drei Räume mit jeweils etwa einem Dutzend Computer – zur Internet-Recherche sowie zur Verfassung von schriftlichen Arbeiten. Allerdings sind diese Computer schon etwas altersschwach, oft überlastet und ständig von Studierenden belagert. Weitaus besser und angenehmer zum Arbeiten ist das im Sommer 2000 neu eröffnete Computerzentrum im Forum der Universität, wo man mit der Zugangsnummer ungehindert die Computer benutzen kann. In der Nähe der Sprachlabore der Universität gibt es ebenfalls einige Computer, die aber noch schlechter gewartet werden als diejenigen der Rothberg School.